selig

se|lig ['ze:lɪç] <Adj.>:
zutiefst beglückt und zufrieden:
er war selig, dass er die Prüfung bestanden hatte; das Kind saß selig vor der Geburtstagstorte; selig lächelnd gaben sie sich das Jawort.
Syn.: beglückt, froh, 1 glücklich, glückselig.

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se|lig 〈Adj.〉
1. nach dem Tod der himmlischen Freude teilhaftig
2. 〈kath. Kirche〉 seliggesprochen, eine begrenzte (lokale) Verehrung genießend
4. 〈Abk.: sel.〉 verstorben
5. 〈fig.〉
5.1 überglücklich, wunschlos glücklich, beglückt, entzückt
5.2 〈umg.〉 leicht betrunken, beschwipst
● mein Seliger 〈umg.〉 mein verstorbener Mann ● \seligen Angedenkens mit freundlicher, heiterer Erinnerung verbunden; bis an mein \seliges Ende; mein \seliger Vater; 〈bes. süddt.〉 mein Vater \selig ● \selig entschlafen; Gott hab ihn \selig gebe ihm die ewige Seligkeit; sein: nach zwei Gläsern ist er schon \selig 〈fig.; umg.〉; das Kind war \selig über das Geschenk; jeden nach seiner Fasson \selig werden lassen (sprichwörtl. nach Friedrich II.) ● \selig machend = seligmachend [<mhd. sælec <ahd. salig, mnddt., mndrl. salich „selig“; zu ahd. *sali „glücklich, gut“, got. sels „gütig“, zu idg. *sel- „günstig, guter Stimmung“]

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se|lig <Adj.> [mhd. sælec, ahd. sālīg, eigtl. = wohlgeartet, gut, glücklich, H. u.]:
1.
a) [von allen irdischen Übeln erlöst u.] des ewigen Lebens, der himmlischen Wonnen teilhaftig:
s. werden;
sie hat ein -es Ende gehabt (ist in dem Glauben gestorben, die ewige Seligkeit zu erlangen);
bis an mein -es Ende (bis zum Tod);
Gott hab ihn s. (gebe ihm die ewige Seligkeit);
der Glaube allein macht s.;
soll sie doch/von mir aus kann sie s. werden mit ihrem Geld (iron.; [wenn sie mir nichts abgeben will –] ich kann darauf verzichten);
R wers glaubt, wird s. (glauben 2 a);
b) (geh.) verstorben:
ihr -er Mann;
c) <nur in Verbindung mit dem Namen> (kath. Kirche) seliggesprochen:
der Heiligsprechungsprozess der -en Dorothea von Montau.
2.
a) einem tiefen [spontanen] Glücksgefühl hingegeben:
sie sanken in -en Schlummer;
in -em Nichtstun verharren;
sich s. in den Armen liegen;
sie war s. über/(schweiz. auch:) für diese Nachricht;
b) (ugs.) leicht betrunken:
nach dem dritten Glas war sie schon ganz s.

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se|lig <Adj.> [mhd. sælec, ahd. sālīg, eigtl. = wohl geartet, gut, glücklich, H. u.]: 1. a) [von allen irdischen Übeln erlöst u.] des ewigen Lebens, der himmlischen Wonnen teilhaftig: s. werden; sie hat ein -es Ende gehabt (ist in dem Glauben gestorben, die ewige Seligkeit zu erlangen); bis an mein -es Ende (bis zum Tod, durch den ich die ewige Seligkeit zu erlangen hoffe); Gott hab ihn s. (gebe ihm die ewige Seligkeit); der Glaube allein macht s.; jmdn. s. (der ewigen Seligkeit teilhaftig) preisen; soll sie doch/von mir aus kann sie s. werden mit ihrem Geld (iron.; [wenn sie mir nichts abgeben will -] ich kann darauf verzichten); R wers glaubt, wird s. (↑glauben 2 a); *jmdn. s. sprechen (kath. Kirche; jmdn. durch päpstlichen Akt in den Stand begrenzter lokaler Verehrungswürdigkeit erheben): der Papst hat sie s. gesprochen; Der stigmatisierte Wundermönch ... soll s. gesprochen werden (Kronen-Zeitung 4. 10. 68, 3); b) (geh.) verstorben: ihr -er Mann; durchaus im Stil des -en Papas (K. Mann, Wendepunkt 122); <veraltend, noch scherzh. auch nachgestellt:> Schwester Modesta s. hat mir die Richtung beschrieben (Bieler, Mädchenkrieg 383); Immer wenn es in seiner Partei zu Streit kam, hatte Franz Josef Strauß s. einen Spruch parat (Woche 28. 3. 97, 7); Ü auf der Fischerinsel in der Nähe des Roten Rathauses sitzen Kader aus dem Staatsapparat der -en (ehemaligen) DDR (Woche 2. 1. 98, 12); Hier glaubt man noch wie in -en (vergangenen glücklichen) 60er und 70er Jahren an den Sieg der Politik über die anonymen Sachzwänge der Ökonomie (Woche 28. 3. 97, 13); c) <nur in Verbindung mit dem Namen> (kath. Kirche) selig gesprochen: der Heiligsprechungsprozess der -en Dorothea von Montau (Grass, Hundejahre 133). 2. a) einem tiefen [spontanen] Glücksgefühl hingegeben: sie sanken in -en Schlummer; in -em Nichtstun verharren; Beschäftigungen ..., deren Ausübung ... reiner -er Selbstzweck ist (Hildesheimer, Legenden 97); sie war s. über/(schweiz. auch:) für diese Nachricht; sie war s., Lob spenden zu können (Fels, Sünden 78); das macht mich ganz s.; für diese Erfolge ist er wirklich s. (emotional; glücklich) zu preisen; sich s. in den Armen liegen; s. schlafen; Tobbe kommt angestürmt, sobald Sabina in seine Richtung guckt. Und Sabina lächelt ihn s. an (Thor [Übers.], Ich 54); b) (ugs.) leicht betrunken: nach dem dritten Glas war sie schon ganz s.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • selig — Adj. (Aufbaustufe) nach dem Tod die Freuden des Himmels genießend Beispiel: Der alte Mann hatte ein seliges Ende, da er ganz friedlich im Schlaf starb. Kollokation: die Heiligsprechung der seligen Dorothea selig Adj. (Oberstufe) von einem tiefen… …   Extremes Deutsch

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